Freitag, 17. November 2017

Reifen: Michelin T63 / Zwischenstand

Reifen: Michelin T63 / Zwischenstand


So, die ersten 4000km mit den Reifen sind geschafft. Zeit für einen Zwischenstand:

Fahrverhalten:

Straße: Gute Haftung, ob bei trockener oder Nasser Straße. Wird auf nasser Straße bei Schräglage stark beschleunigt, kündigt sich der Grenzbereich deutlich an. Bei Temperaturen unter 10°C ist der K60 einen Hauch besser. Das Profil kann in der ganzen Breite benutzt werden. Das schmale 80er Vorderrad ist bis Tempo 30 etwas kippelig. Je höher das Tempo, desto stabiler und präziser lässt sich das Vorderrad lenken.

Schotter: Auf Schotter bietet der Reifen etwas mehr Halt als der K60. Schnitte und Risse in den Profilblöcken nach wilden Schottereinsätzen konnte ich, im Gegensatz zum K60, nicht feststellen.

Sand, Schlamm: Hier spielt der Reifen seine Stärke aus. Im Schlamm, wo selbst der neue K60 regelmäßig mit einem ausbrechenden Hinterrad verunsicherte, hält der T63 die Spur und setzt sich dank besserer Selbstreinigung kaum zu.
Auf meiner Tour durchs Baltikum sind wir mehrere hundert Kilometer auf Sandwegen unterwegs gewesen, auch hier war der Reifen eine große Hilfe. Selbst mit Gepäck auf den stark verspurten Wegen hatte ich nie größere Problem. Bei der Probefahrt mit der CRF 250 Rally konnte ich beim direkten Vergleich zum serienmäßigen IRC Reifen den Unterschied deutlich spüren.

Verschleiß: 
Von Mai bis November bin ich jetzt 4000km gefahren. Davon 2000km mit Gepäck durch Polen und Litauen mit einem Offroadanteil von ca. 50% und relativ wenig Kurven. Den Rest auf meinem Arbeitsweg und Touren durch das Sauerland, wo ich auch die Seiten des Profils mal benutzt habe. Zusätzlich noch einige Einsätze auf Lehm und Schotterwegen, gerne auch mal steil Bergauf mit durchdrehendem Hinterrad.

Dabei ergibt sich nach 4000km folgendes Restprofil:
Vorn  80/90 - 21 M/C 48S TT Neu 7mm; Innen 5mm Außen 5mm













Hinten 120/80 - 18 M/C 62S TTNeu 11mm; Innen 4mm Außen 7mm



















Die 5500km Reichweite des K60 sollte also auch mit diesem Reifen möglich sein, evtl. sogar etwas mehr.. Ein Vergleich mit dem K60 ist hier schwer, da ich mit dem Heidenau nicht soviel Offroad unterwegs war.

Fazit:
Der Michelin T63 ist auf der CRF250L ein hervorragender Reifen. Seine gute Haftung erkauft er sich über eine recht kurze Lebensdauer. Daher werde ich den Reifen nächstes Jahr im Balkan noch einmal gründlich Testen. Mal schauen wie lange er auf Schotter und Felsgeröll so hält.

Ich bin immer noch erstaunt, das die CRF so ein Reifenfresser ist. An die Reichweite der Hinterreifen meiner Transalp komme ich einfach nicht ran. Selbst mit gleichen Reifen. Liegt wahrscheinlich daran, das der 120/80 von Haus aus mit sehr kurzen Stollen kommt. Ein 120/90 wäre da um Längen besser. Ohne Anhängeranreise würde ich bei einer typischen Urlaubsreise den kompletten Hinterreifen verbrauchen.

Welche Fahrleistungen habt ihr den so mit euren Reifen / bei welcher Reifendimension?

Sonne im Spätherbst

Sonne im Spätherbst


Heute morgen habe ich mich noch bei 3 Grad durch den Nebel gequält. Nur, damit ich heute Nachmittag endlich mal wieder im Sonnenschein fahren kann.


Selbst um halb vier ist es in den Tälern schon ziemlich kühl. Der Dunst steigt auf und wird von der unter gehenden Sonne in ein warmes gelb getaucht.

An den Nordhängen sind die die Straßen über den Tag nicht abgetrocknet und es ist feucht und kalt. Gut wenn man die richtigen Klamotten trägt.
treuer Begleiter im Winter


Am Telegraf treffe ich noch Frau und Hund. Nach einer freudigen Begrüßung wird die Aussicht übers Ruhrgebiet genossen.




Dienstag, 7. November 2017

Wenn die Tage kürzer werden

Wenn die Tage kürzer werden


Meinen Weg zur Arbeit lege ich meist mit dem Motorrad zurück. Das hat viele Gründe. Der schönste und kürzeste Weg ist mit dem Auto kaum zu befahren. Bei Gegenverkehr muss man schon mal einige hundert Meter zurücksetzen. Mit dem Auto muss ich über die Autobahn. Und auf der Stau es sich nachmittags noch die nächsten paar Jahre, den die Brücken auf der A45 sind alle am Ende.

Mit dem Mopped fahre ich über einen Höhenweg (400-500m hoch), nach Westen immer den Blick auf das neblige Lennetal. Einfach toll.

Also bin ich meist der letzte in der Firma, der zum Jahresende mit dem Mopped auftaucht, und im Frühjahr der erste.

Zu dieser Zeit ist man oft bei tollem Licht unterwegs
Ganz schön kalt heute morgen...
Und gestern Abend war es auch nicht wärmer
Blöd wird es immer ab November, wenn man morgens im Dunkeln unterwegs ist, aber Bauernglatteis und Laub nicht rechtzeitig sehen kann. Und zum Feierabend ist es auch wieder dunkel.

Nicht der Arbeitsweg, nur Fotospot
Gefährlich wird es dann bei Raureif. Bei einigen Stellen ist es bei mehr als 10% Steigung schon schwierig Bergab in der Spur zu bleiben. An Bremsen ist gar nicht zu denken. Also geht jeden Morgen der Blick nach draußen, ob ich es wagen kann, mit 2 Rädern in den Tag zu starten.

Freitag, 3. November 2017

Spätsommertour: Mein erster Platten

Spätsommertour: Mein erster Platten





2 Wochen lang habe ich mir morgens auf dem Weg zur Arbeit den Hintern abgefroren. Die Sonne versteckte sich noch hinterm Horizont und der Nebel in den Tälern transportierte die Kälte durch die Klimamembran. Anfang Oktober ist es im Sauerland halt Zeit für das Winterfutter.


Und wie jeden Herbst: Kaum ist das Futter in der Jacke, steigen die Temperaturen tagsüber auf über 20°C. Da traf es sich gut, dass Hanjo den K60 an der Tiger aufbrauchen wollte.


Also ging es nach einem großen Kaffee zum Motorrad über dem gerade eine Tante JU ihre Kreise drehte.


Um mal ein paar neue Wege zu entdecken, wurde Schmallenberg als Ziel definiert und die kurviger.de-App sollte uns mit der Einstellung "sehr kurvig" und "Hauptstraßen meiden" dorthin führen. Den Track habe ich dann aber doch nach OSMAND portiert, da gefällt mir die Bedienung einfach besser. 
Auf dem Wixberg
Fazit: Der Track hat mir abseits meiner Standartstrecken einige tolle Alternativen gezeigt und auf Hauptstraßen waren wir kaum unterwegs, was sich in einer niedrigen "Opa mit Hut" Quote auszahlte.
Goldener Oktober
Schöne Ausblicke
Sobald man sich im Sauerland etwas von den Talsperren entfernt und Bundesstraßen meidet, hat man die Wege quasi für sich allein. Und so wurden die Reifen noch mal an den Seiten benutzt, bevor das Herbstlaub und das Bauernglatteis starke Schräglagen zum Gesundheitsrisiko werden lassen.
Hessen ist nah


In Schmallenberg gab es einen Belohnungsdöner (mit Scharf), bevor kurviger.de uns Richtung Bergisches Land führen sollte, damit mein Begleiter seine Heimreise ins Flachland antreten kann.

Nix als Gegend...



Nach einem kurzen Halt am Modellflugplatz in Plettenberg war irgendwas merkwürdig. Die Alp beschleunigte nicht mehr richtig und es fühlte sich an, als wäre das Hinterrad lose.
Da sah es noch harmlos aus...


Wie sich herausstellte, hatten sich 5cm Altmetall bis zur Felge in de Reifen gebohrt. Wie zu erwarten, half das Pannenspray, das uns schon durch Balkan und Baltikum ungenutzt begleitet hatte NICHT.
Nach langem Ziehen mit dem Bordwerkzeug


Also kurz abwägen: Den Anhänger hatte ich bereits bei meinen Eltern eingewintert. Auf der Tiger als Sozius nach Hause, Anhänger holen und zur Alp würde mindestens 2,5h dauern. Also die goldene ACE Karte gezückt und den Pannendienst angerufen. Glücklicherweise waren wir gerade auf einer Landstraße, hierhin sollte es auch ein Abschleppwagen schaffen.


Aus den versprochenen 45min wurden 2,5h! Der zuvor abgeschleppte SLK hatte eine geplatzte Ölwanne und die Ladefläche musste gereinigt werden. Auch so hatten wir zu dritt Probleme die Transalp auf rutschige Ladefläche zu packen.


Zu Hause war ich sehr erstaunt, wie schwer sich die Alp mit plattem Hinterreifen schieben lässt. Hab sie jetzt einfach leichter gemacht.


Erster Schritt zum Projekt Jungbrunnen, damit sie im März zum ihrem 25. Geburtstag wieder strahlt...


War trotzdem ne schöne Tour.









Donnerstag, 21. September 2017

Hunting the light (3)

Hunting the light (3)



Es ist wieder soweit. Jeden Morgen wird einem deutlicher, dass es Zeit für das Winterfutter ist.
Vor wenigen Wochen stand die Sonne noch deutlich über dem Horizont, wenn ich morgens über die Höhenzüge des Sauerlandes fuhr.


Heute ist Tag/Nacht-gleiche. Beim Start ist es zwar schon recht hell, aber die Sonne versteckt sich noch hinter dem Horizont. Der herbstliche Nebel kriecht aus den Tälern und zaubert Kontraste mit den dunklen Baumsilhouetten.



Während ich weiter Richtung Arbeit fahre, leuchten die ersten Sonnenstrahlen durch den Nebel.






Pünktlich zum Erreichen meines "Panoramaplatzes" steht die Sonne über dem Dunst. Seit 15 Jahren schaue ich mir hier im Frühjahr und Herbst die Sonnenaufgänge an. Immer wieder anders, immer wieder atemberaubend.


Ein besonderer Ort...




Die Sonne wärmt heute aber noch nicht. Mit knapp 4°C ist es auch recht frisch. Unten im Tal ist es noch etwas kälter und auch recht feucht.






Als ich mich beim nächsten Höhenzug wieder aus dem Nebel schäle, sind die Spiegel und das Visier beschlagen und Wasser tropft von der Maschine.


An solchen Tagen kommt man immer ganz anders auf der Arbeit an. Entspannt, geerdet und irgendwie glücklich...


Bis man sein Mailpostfach öffnet... ;-)

Dienstag, 29. August 2017

Bastellecke: Auspuff nachlackieren an der CRF

Bastellecke: Auspuff nachlackieren an der CRF



Der gammelige Krümmer an der CRF hat mich schon lange gestört. Vor der Polen-Tour hatte ich testweise mal eine Ecke mit etwas altem Auspufflack aufgehübscht und war vom Ergebnis ganz angetan. Aber um alle Stellen zu erreich ist nun mal ein Ausbau nötig. Also wurde an einem langweiligen Sonntag der Werkzeugkasten rausgeholt und die Plaste entfernt.


Wo der Wasserstrahl im Winter nicht hinkommt...
Am Endtopf ist das Material noch da, aber die Oberfläche ist schon recht mies. Das Gewinde der Auspuffschelle ist so vergammelt, dass die Schraube abreißt. Mit Chemie, Gripzange und Schraubstock bekomme ich den Rest der Schraube am nächsten Tag raus. Mit dem Gewindeschneider lässt sich die Schelle wieder nutzbar machen.
Zuviel Kraft
Der Rest ist schnell demontiert. Ganz schön Platz da hinten...
Ein Hauch von Moto Cross
Die Schrauben am Krümmerflansch gehen zwar ab, ich bin mir aber nicht sicher, ob dass nicht eigentlich Stehbolzen sind. Zumindest kommen mir die Knubbel in der Mitte des Gewindes merkwürdig vor. Weiß jemand da genaueres?


Den Krümmer hat der Rost schon stärker erwischt. Hier werde ich es nächstes Jahr wohl mal mit Sandstrahlen und Flammspritzen versuchen.
 Die Verbindung zwischen Schalldämpfer und Krümmer ließ sich relativ gut lösen. Man beachte das glänzende Grafit-Fett im Bild oben.
Da ist schon einiges weg...
Beim der Demontage der Zierblende am Endtopf wollen zwei der drei Schrauben mit dem Linksausdreher behandelt werden.
Gammelecke
Danach den Rost gründlich abbürsten...
... und alles schön schwarz machen.
Den Bereich hinten an der Blende habe  ich mit Zinkspray als chemischen Korosionsschutz grundiert. Das kann 350°C, dass sollte da hinten reichen.
 Zwischendurch immer schön trocknen lassen.
Am nächsten Tag gibt es noch eine letzte Lackschicht, dann wird, nach einer Pause, moniert. Einen Ofen zum Einbrennen habe ich nicht. Den in der Küche darf ich, aus mir unerfindlichen Gründen, nicht benutzen. Also gibt es eine abendliche Vollgasrunde um den Lack auf Temperatur zu bringen. Teerstraßen only, eine Stunde über die Hügel des Sauerlandes. Dabei sollte man Ampeln meiden, am Anfang stinkt der Lack recht heftig wenn er heiß wird.
Das beste zum Schluss, die Einbrennrunde ;-)
Am Ende der Runde war der Krümmer ausreichend heiß. Der Endtopf wird wohl noch länger brauchen, bis es nach einer Tour nicht mehr nach Lack riecht.
Bin mal gespannt, wie lange der Lack hält. Am Krümmer wird wohl nach dem Winter wieder der Rost blühen. Ansonsten das gleiche Fazit wie immer: Bei der Korrosion steht die Transalp mit ihren über 24 Jahren besser da, als die CRF.