Donnerstag, 21. September 2017

Hunting the light (3)

Hunting the light (3)



Es ist wieder soweit. Jeden Morgen wird einem deutlicher, dass es Zeit für das Winterfutter ist.
Vor wenigen Wochen stand die Sonne noch deutlich über dem Horizont, wenn ich morgens über die Höhenzüge des Sauerlandes fuhr.


Heute ist Tag/Nacht-gleiche. Beim Start ist es zwar schon recht hell, aber die Sonne versteckt sich noch hinter dem Horizont. Der herbstliche Nebel kriecht aus den Tälern und zaubert Kontraste mit den dunklen Baumsilhouetten.



Während ich weiter Richtung Arbeit fahre, leuchten die ersten Sonnenstrahlen durch den Nebel.






Pünktlich zum Erreichen meines "Panoramaplatzes" steht die Sonne über dem Dunst. Seit 15 Jahren schaue ich mir hier im Frühjahr und Herbst die Sonnenaufgänge an. Immer wieder anders, immer wieder atemberaubend.


Ein besonderer Ort...




Die Sonne wärmt heute aber noch nicht. Mit knapp 4°C ist es auch recht frisch. Unten im Tal ist es noch etwas kälter und auch recht feucht.






Als ich mich beim nächsten Höhenzug wieder aus dem Nebel schäle, sind die Spiegel und das Visier beschlagen und Wasser tropft von der Maschine.


An solchen Tagen kommt man immer ganz anders auf der Arbeit an. Entspannt, geerdet und irgendwie glücklich...


Bis man sein Mailpostfach öffnet... ;-)

Dienstag, 29. August 2017

Bastellecke: Auspuff nachlackieren an der CRF

Bastellecke: Auspuff nachlackieren an der CRF



Der gammelige Krümmer an der CRF hat mich schon lange gestört. Vor der Polen-Tour hatte ich testweise mal eine Ecke mit etwas altem Auspufflack aufgehübscht und war vom Ergebnis ganz angetan. Aber um alle Stellen zu erreich ist nun mal ein Ausbau nötig. Also wurde an einem langweiligen Sonntag der Werkzeugkasten rausgeholt und die Plaste entfernt.


Wo der Wasserstrahl im Winter nicht hinkommt...
Am Endtopf ist das Material noch da, aber die Oberfläche ist schon recht mies. Das Gewinde der Auspuffschelle ist so vergammelt, dass die Schraube abreißt. Mit Chemie, Gripzange und Schraubstock bekomme ich den Rest der Schraube am nächsten Tag raus. Mit dem Gewindeschneider lässt sich die Schelle wieder nutzbar machen.
Zuviel Kraft
Der Rest ist schnell demontiert. Ganz schön Platz da hinten...
Ein Hauch von Moto Cross
Die Schrauben am Krümmerflansch gehen zwar ab, ich bin mir aber nicht sicher, ob dass nicht eigentlich Stehbolzen sind. Zumindest kommen mir die Knubbel in der Mitte des Gewindes merkwürdig vor. Weiß jemand da genaueres?


Den Krümmer hat der Rost schon stärker erwischt. Hier werde ich es nächstes Jahr wohl mal mit Sandstrahlen und Flammspritzen versuchen.
 Die Verbindung zwischen Schalldämpfer und Krümmer ließ sich relativ gut lösen. Man beachte das glänzende Grafit-Fett im Bild oben.
Da ist schon einiges weg...
Beim der Demontage der Zierblende am Endtopf wollen zwei der drei Schrauben mit dem Linksausdreher behandelt werden.
Gammelecke
Danach den Rost gründlich abbürsten...
... und alles schön schwarz machen.
Den Bereich hinten an der Blende habe  ich mit Zinkspray als chemischen Korosionsschutz grundiert. Das kann 350°C, dass sollte da hinten reichen.
 Zwischendurch immer schön trocknen lassen.
Am nächsten Tag gibt es noch eine letzte Lackschicht, dann wird, nach einer Pause, moniert. Einen Ofen zum Einbrennen habe ich nicht. Den in der Küche darf ich, aus mir unerfindlichen Gründen, nicht benutzen. Also gibt es eine abendliche Vollgasrunde um den Lack auf Temperatur zu bringen. Teerstraßen only, eine Stunde über die Hügel des Sauerlandes. Dabei sollte man Ampeln meiden, am Anfang stinkt der Lack recht heftig wenn er heiß wird.
Das beste zum Schluss, die Einbrennrunde ;-)
Am Ende der Runde war der Krümmer ausreichend heiß. Der Endtopf wird wohl noch länger brauchen, bis es nach einer Tour nicht mehr nach Lack riecht.
Bin mal gespannt, wie lange der Lack hält. Am Krümmer wird wohl nach dem Winter wieder der Rost blühen. Ansonsten das gleiche Fazit wie immer: Bei der Korrosion steht die Transalp mit ihren über 24 Jahren besser da, als die CRF.





Freitag, 18. August 2017

Leseempfehlung: 5000 Miles of Dirt

Leseempfehlung: 5000 Miles of Dirt

Zwei Brüder fahren mit ihrem Vater im Sommer 2017 den Trans Amarica Trail (TAT) auf 3 Motorrädern, die von Honda gestellt wurden. CRF250L, CRF 250 Rally und CRF1000 AT.



Mit viel Herz und wenig Offroad-Erfahrung geht es durch die endlosen weiten des mittleren Westens und diverse Gebirge vom Atlantik zum Pazifik.


Tolle Bilder und Videos, interessante Menschen.


5000 Miles of Dirt

Dienstag, 15. August 2017

Bastelecke: Rehoiler für die CRF 250L

Bastelecke: Rehoiler für die CRF 250L




Rechtzeitig zur Baltikum Tour wurde es Zeit den Öler endlich am Mopped zu installieren. Und bevor die Bilder auf der Festplatte verschimmeln will ich sie mal hier im Blog veröffentlichen.




Nachdem der Versuch, einen Scottoiler an der CRF zu verbauen, gescheitert war (die CRF hat keinen Unterdruck-Anschluss für den mechanischen Scottoiler), war ich auf der Suche nach einer Alternative.
Die elektrischen Öler sind alle recht hochpreisig. Doch dann bin ich über das Projekt Rehoiler gestolpert. Von Detlev mit viel Herzblut entwickelt und zur freien Verfügung gestellt. Kaufen kann man den Rehoiler allerdings nicht.




Für mich hatte der Öler einen unschlagbaren Vorteil: Das Teil war, im Gegensatz zu einer Eigenentwicklung, bereits ausgereift. Trotzdem kann ich dank Quellcode und Schaltplan alles reparieren und sogar erweitern. Bluetooth und eine passende App fürs Smartphone sind bereits vorhanden.




Detlev war so nett, mir eine Platine aus seinem Bestand zu geben und den Prozessor für mich zu programmieren. Das hat mir viel Arbeit erspart. Danke! Im Rehoiler-Forum gibt es reichlich Tipps und Einbauvorschläge, nur leider (noch) nicht für die CRF 250L.


Die Bauteile wurden für kleines Geld bei Reichelt mit Hilfe des fertigen Warenkorbes bestellt. Ein Gehäuse für die Platine und ein Benzintank für Modellflugzeuge wurde bei Conrad gekauft. Die Schläuche im Baumarkt. Die Förderpumpe ist eigentlich für die Förderung des 2-Taktöls im Motorroller zuständig und ist mit 35,-€ das teuerste Teil.




Die Bauteile sind da


Los ging es im Winter mit dem Bestücken der Platine:


Los geht's




So richtig gelötet hatte ich ja schon lange nicht mehr, am Ende sahen die Lötstellen trotzdem ganz manierlich aus.


Geschafft

Noch den Prozessor und Bluetooth-Baustein einstecken und dann alles am Netzteil vorsichtig in Betreib nehmen. Kommunikation mit dem Bluetooth-Baustein via App funktioniert auf Anhieb. Ausgang wird auf Tastendruck angesteuert.


Nachdem dann die Pumpe und alle Schläuche besorgt sind, geht es an den ersten Testaufbau.
Erst mal alles lose zusammenstecken...

... und dann etwas Öl im Kreis pumpen



Schnell die Batterie der Transalp ausgebaut um den Testaufbau zu versorgen. Mit der App aktiviere ich den Modus Dauerpumpen, die Pumpe beginnt zu tickern und "schon" nach 2 Minuten sind einige cm Schlauch mit Öl gefüllt. Testlauf erfolgreich.

Der Öler kann wegabhängig eingesetzt werden. Dafür muss man einen Read-Kontakt an einem der Räder oder am Ritzel verbauen. Oder das vorhandene Tachosignal der CRF verwenden. Das wird aus Bequemlichkeit auf der To Do Liste auf "irgendwann(tm)" gesetzt. Auch die Montage der Kontroll-LED und des "Offroad-Schalter" (doppelte Ölmenge im Gelände) landet dort. Der Lenker ist bei mir schon so zugebaut, dass ich mir erst mal einen Instrumententräger bauen/besorgen muss.

Also wird der Öler erst mal im Zeitmodus betrieben.  Dabei wird in regelmäßigen Zeitabständen eine einstellbare Ölmenge auf die Kette gefördert. Da ich die Menge via Smartphone jederzeit ändern kann, reicht mir das erst mal. Man kann wohl auch ein GPS-Modul an den Öler anschließen, das dann die Weginformation liefert. Dafür müsste ich aber auf das Bluetooth-Modul verzichten.

Also geht es ans Zielfahrzeug. Da die CRF nicht nur von außen klein und zierlich ist, gestaltet sich die Suche nach geeignetem Bauraum für den Öler schwierig. Der kleine Modellbautank will nicht unter die Sitzbank passen. Dafür müsste ich den Ansaug-Schnorchel vom Luftfilter entfernen, was bei der Probefahrt wegen nerviger Ansauggeräusche verworfen wird. Die Steuerung passt in das Fach für das, nicht vorhandene, Fahrerhandbuch. Die Pumpe lässt sich in einem Freiraum über dem Werkzeugfach verstecken. Die 12V Versorgung wird am Rücklicht abgegriffen (inkl. zusätzlicher Sicherung).
Stromdieb im Einsatz

Die vorhandene Bohrung nutzen

Der Tank passt in die Lücke zwischen Rahmen und Luftfilterkasten und wird erst Mal mit Kabelbinder befestigt. Nun noch alle Schläuche verlegen.


Das Tankversteck

Vom Scottoiler der Transalp habe ich noch ein Befestigungsblech für eine Montage an der Hinterachse. Damit lässt sich die improvisierte Düse gut ausrichten.
Jetzt wäre es gut eine Spritze zu haben, um die Schläuche vorab mit Öl zu Befüllen. Habe ich nicht.

Also wird wieder der Dauerpumpenmodus gestartet. Nach einer knappen halben Stunde läuft der erste Tropfen Öl auf das Kettenrad. Auf nach Polen...

Erstes Fazit nach 2500km Testfahrt:

Obwohl ich fast sämtliche Funktionen des Rehöler NICHT genutzt habe, funktioniert der Öler vollkommen unauffällig. Nachdem ich die richtige Einstellung der Fördermenge herausgefunden hatte, war die Kette immer ausreichend geschmiert.

Ich habe für alle Komponenten zusammen knapp 70,- € bezahlt. Der Auf und Einbau hat etwa 5 Stunden gedauert. Am meisten Zeit hat mich das Suchen nach einem Einbauort gekostet, da unter der Verkleidung einfach nirgends Platz war.

Am Anfang der Baltikum-Tour habe ich mir mit dem Gurt des Tankrucksacks den Schlauch am Tank abgerissen, was schnell zu einer trockenen Kette geführt hat. In Verbindung mit der Luft, die nun im System war, hat es eine Weile gedauert, bis alles wieder normal war. Geholfen hat hier wieder die Dauerpumpen-Funktion. Einfach einschalten, kleine Runde drehen, bis die Kette wieder feucht ist. So macht Kettefetten Spaß.

Wir sind viele Kilometer im Sand unterwegs gewesen. Da Motoröl nicht so klebrig ist wie Kettenfett, sah die Kette nicht wie ein paniertes Schnitzel aus. Die erste Tankfüllung reicht immer noch...








Mittwoch, 12. Juli 2017

ITT 2017 Baltikum

ITT 2017 Baltikum

Für 2017 haben die polnischen Transalp-Freunde zum ITT (Internationales Transalptreffen) nach Kaschubien eingeladen. Und wenn wir schon mal da sind, soll es natürlich noch weiter nach Osten gehen.


Nach meiner Tour durch die Masuren 2013 hatte ich die Nebenstraßen noch in schlechter Erinnerung. Zumindest mit dem Auto. Nachdem ich mir bei Youtube alles zum Thema Offroad in Polen angesehen hatte war für mich klar: Die Gelegenheit die CRF mal auf ihre Reisetauglichkeit zu testen.


Einige Videos der Polen bestätigten den Eindruck, die CRF könnte die bessere Wahl sein. Auch Hanjo wollte statt des Tigers lieber mit der XT fahren. Also wurden die Motorräder auf den Anhänger gepackt und auf ging es nach Polen!


Einen ausführlichen Bericht mit Bildern und Route gibt es hier. Um den Routenverlauf zu sehen, am besten am PC betrachten und auf "Neueste zuerst" stellen.


Polen:

Tolles Land zum Endurowandern!
Litauen mit Blick auf Russland


Wer sich die Mühe macht ein bisschen in der Karte zu Zoomen findet immer eine Strecke über kleine Nebenstraßen oder Dreckwege. Durchfahrtsverbote sind sehr selten. Selbst im tiefsten Wald kann man den Förster nach dem Weg fragen.
Der Norden ist eigentlich durchgehend mit sanften Hügeln durchzogen, so das die Landschaft nicht flach und eintönig wirkt. Alle paar Kilometer steht man an einem See oder sonst einem tollen Fotomotiv. Außerhalb der Tourismus-Hochburgen ist alles schön einsam und ursprünglich.

Tolles Licht im nordischen Sommer

Die Einheimischen sind mir immer nett und freundlich begegnet. Einzige Ausnahme: Die Hauptstraßen, hier versucht eigentlich jeder dich zu töten ;-) Da es kaum Autobahnen gibt, ist hier viel Verkehr und die Reisenden überholen wie die Henker. Und wenn man zu schnell ist um überholt zu werden, fährt dein Hintermann trotzdem mit 30cm Sicherheitsabstand.

Essen:

Wer in Polen Hunger hat, macht irgendwas falsch. Essen gibt es für kleines Geld in großen Mengen. Lecker und sehr nahrhaft. Und Polen ist nichts für Vegetarier. Schon zum Frühstück gibt es gekochte oder gebratene Würstchen, Gulasch Unmengen Wurst und Käse. Und Brot, das diesen Namen auch verdient. Wer öfter mal unterwegs ist, weiß wie selten das außerhalb Deutschlands ist.
Typisches Frühstück
Und dann gibt es in Polen den Sklep: Kleine Tante Emma Läden mit vergitterten Fenstern und Panzertüren, die knapp 15 Quadratmetern alles für den täglichen Bedarf verkaufen. Dominiert wird der Verkaufsraum von einer großen Kühltheke mit, NATÜRLICH, Fleisch und Wurst. Jeder Ort mit mehr als 5 Häusern hat so einen Laden und wir haben dort regelmäßig eingekauft.

Kaffee:

Gibt es in Polen nicht.
Brauchbaren Kaffee gibt es nur in absoluten Touristenhochburgen. In den meisten Hotels gab es löslichen Kaffee und heißes Wasser. Größere Tankstellen hatten Automaten, das war es.

Fahrzeugwahl:

Ich bin zum ersten Mal mit der CRF250L auf Reise gewesen. Und im Nachhinein bin ich froh, nicht mit der Transalp gefahren zu sein. Nicht falsch verstehen, ich bin nicht einmal an einer Stelle gewesen, wo die Transalp nicht durch gekommen wäre. Im Gegenteil, nicht nur die Alp, auch ich hätte das geschafft. Aber gerade auf den verspurten Sandwegen konnte ich so viel entspannter fahren und mich erst mal an den Untergrund gewöhnen. Sand und ich werden bestimmt keine Freunde mehr, aber mit der CRF macht es schon irgendwie Spaß. Besonders bei der geführten Offroadtour in Lipa habe ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen, selbst an Stellen wo ich mit der Transalp ins Schwitzen gekommen wäre. Das war letztes Jahr im Balkan anders. Da habe ich mir manchmal die CRF herbei gewünscht und das nicht nur wegen der hohen Temperaturen.

Idyllische Nebenstraße




Mücken:

Bei meinem letzten Besuch war ich über den ersten Mai da. Da gab es keine Mücken. Diesmal gab es Unmengen! Wenn es in jeder Ecke einen See gibt auch kein Wunder. Besonders an der Wolfsschanze war es nicht möglich die Kamera zu halten, ohne in die Hand gestochen zu werden. Auf manchen Fotos haben wir üble Beulen an Kopf und Armen. Dann haben wir uns ein polnisches Antimückenmittel gekauft und alles war gut. Obwohl das Mittel nur im Tankrucksack lag.

Navigation:

Navigiert habe ich mit der App Osmand. Die Tracks habe ich mit der Kurviger.de App erstellt und dann ins Osmand Verzeichnis kopiert. Die Kuviger.de App hat die Option "Hauptstraßen meiden", so das man meist nur auf kleinen Wegen und Dreckwegen unterwegs war. Die Apps liefen auf einem wasserdichten Motorola Moto G3, das in einer wasserabweisenden Hülle montiert war. Die Bedienung während der Fahrt ging mit meinen Tourenhandschuhen nicht, mit den dünnen Crosshandschuhen aber schon.

Wetter:

Wir hatten viele schöne Tage, manchmal hat es auch geregnet. Da die Regenfronten meist von West nach Ost ziehen, kann man einen ganzen Tag unter der Front hängen. Auf dem Rückweg waren wir durch eine ähnlich breite Front in 1,5 Stunden durch. Die Temperaturen lagen meist knapp über 20°C, so das auch die Offroadpassagen ohne großes Schwitzen abliefen. Nur die große Offroadtour beim ITT fand bei etwas unter 30° statt.

Fazit der Tour:

Wir haben in 10 Tagen den Norden Polens von West nach Ost  bis nach Litauen und wieder zurück bereist. 2000km, davon ca. 50% auf Dreckwegen.
Essen und Unterkunft sind für unsere Verhältnisse sehr günstig.

Ich kann nur jedem empfehlen dort Urlaub zu machen, bevor der Tourismus zu massiv wird und alle Straßen mit EU-Gelder geteert sind.








Mittwoch, 28. Juni 2017

Probefahrt: CRF 250 Rally

Probefahrt: CRF 250 Rally

Ideale Testumgebung

Wieder zurück vom internationalen Transalp-Treffen (ITT) in Polen. Toll war es.

Da kommt man nach der geführten 150km Offroad-Tour zurück ins Basislager und was steht da vor dem Honda Zelt? Eine CRF 250 Rally!

Honda Polen war so nett, für den Nachmittag ein paar Vorführer zur Verfügung zu stellen. Die neue Africatwin und der spaßige Enduroroller waren leider schon verliehen, aber die Rally durfte ich nach 30 Minuten Wartezeit haben. Schnell Perso und Führerschein vorgelegt und den (polnischen) Leihvertrag unterschrieben.
Unverhofft kommt oft: Spontanes Familientreffen
Nun ist es vielleicht nicht die beste Idee, sich nach einer 6 stündigen Offroad-Tour, bei der sich das Tempo stetig gesteigert hatte, auf ein Fahrzeug mit unbekannten Versicherungsbedingungen zu setzen. Aber eventuell die Spaßigste! Zumal man von unserer Unterkunft nur auf Sandwegen wegfahren kann.

Draufsetzen, passt
Also wurde schon die zweite Kurve mit einem unfreiwilligen Drift genommen. Der serienmäßige IRC Reifen ist im Sand halt schwächer, als der T63 mit dem ich die letzten Stunden unterwegs war.

Auf der Zufahrt zum Gelände konnte ich noch schnell Hanjo stoppen, damit er ein paar Fotos von mir macht, bevor er zu seinem wohlverdienten Stiefelbier kommt.
So staubig sieht die Rally in deutschen Tests nicht aus
Also erst mal am Seeufer entlang in den Wald. Da kann man in Ruhe ein paar Bilder machen.

So muss Endurowandern aussehen
Danach geht es über Autobahnschotter Richtung Teerstraße. Ich will die Maschine ja mal ausfahren. Von den theoretischen 2PS mehr spüre ich nichts. Untenrum geht meine CRF sogar dank K&N Luftfilter sogar etwas besser. Dafür klingt der Auspuff des 2017er Modells etwas dumpfer und sonorer ohne Laut zu wirken. Haben die Honda Ingenieure gut hingekriegt.
Jetzt, wo ich zum ersten Mal mit Drehzahlmesser fahre, merke ich, dass ich für die maximale Leistung viel zu früh Schalte. Auf losem Untergrund wird 4500 1/min bereits der nächste Gang eingelegt. Das reicht aber schon für durchgehend leichten Schlupf am Hinterrad. Ab 60km/h machen sich die Verwirbelungen hinter der Scheibe bemerkbar. Kein Orkan, aber störend. Aber Wahnsinn, wie viel Windschutz die kleine Scheibe bietet. Der Oberkörper ist fast komplett aus dem Wind. Im Winter und bei Regen bestimmt toll.
Imposante Rally-Optik
Auf dem Rückweg wird auf Schotter und Sand das ABS getestet. Erst vorsichtig, dann immer forscher. Ich bin schwer begeistert, das Vorderrad hält die Spur und verzögert trotzdem kräftig. Im Sand schiebt das Vorderrad sogar einen kleinen Hügel vor sich her. So muss Offroad ABS, dass will ich auch.
Viel Fahrspaß in einem Bild
30 Minuten Testfahrt sind viel zu schnell um und so gebe ich die Rally unbeschädigt am Honda-Stand ab. Das Honda-Team nutz die Gelegenheit mal beide CRF Schwestern nebeneinander zu haben und starten noch eine kleine Fotoaktion.

Fazit:

Ich habe mich auf der Rally sofort heimisch gefühlt. Von mehr Federweg hinten habe ich nichts gemerkt, Sitzhöhe war gefühlt gleich. Von Mehrleistung habe ich genauso wenig gespürt wie vom Mehrgewicht. Auch im tiefen Sand war die Rally wunderbar handlich. Auch dank der Serienbereifung schlingerte zwar alles, aber nach der langen Offroadtour war ich das ja gewohnt. Auch die Rally ist ein super Bike zum Endurowandern. Ob das Plastik genauso robust und günstig ist wie bei meiner CRF250L konnte und musste ich nicht herausfinden. Die Gegend war für den Test dieses Moppeds einfach Ideal! In Deutschland hatte ich es wochenlang versucht einen Termin für eine Probefahrt zu bekommen, aber so war es definitiv besser.

Mit welchem Motorrad wäre ich lieber weiter gereist?

Nun, meine Kleine hat den größeren Tank und die besseren Reifen. Motorschutz, Verkleidung und Handprotektoren sind robuster. Bei Optik, Klang, Wetterschutz und ABS punktet die Rally.

Wenn ich mich heute für eine CRF entscheiden müsste, würde ich mir eine 2017er CRF250L zulegen und so umbauen wie meine.

Den Drehzahlmesser und das Offroad ABS hätte ich schon gerne. Aber dafür ein neues Motorrad kaufen? Nee! Außerdem gefällt mir die Rot-Weiße Farbgebung der alten L besser als Schwarz-Rot beim 2017er Modell.