Freitag, 2. Juni 2017

Sitzbänke: Wie ich lernte das Schaf zu lieben

Sitzbänke: Wie ich lernte das Schaf zu lieben




Auf meinen Reisen sitze ich am Tag oft 10 Stunden und mehr im Sattel. In Kombination mit einem eher knochigen Hintern kann das bei falscher Beschaffenheit der Sitzbank zu unangenehmen Schmerzen führen.

Mit der MTX 80 war ich nie länger als 3 Stunden unterwegs, die GSX400 hatte ein Sofa verbaut, da waren auch längere Strecken kein Problem. Selbst nach der "In14StundenvonRügennachHausefahrt" hatte ich eher mit heftigen Nackenschmerzen zu tun.

Die Transalp kommt von Hause aus mit einer brauchbaren Sitzbank daher. Während die AfricaTwin zu jener Zeit die Sitzbank mit Beton ausgegossen hatte, war die Bank schmal genug um im Stehen zu fahren und breit genug um einige Stunden darauf zu sitzen. Nach ca. 80tkm war der Schaumstoff aber am Ende und ich schlug bei jedem Schlagloch bis auf die Grundplatte durch.
Der Schaumstoff baut ab, die Bank kriegt Falten


Um die Zeit beim Sattler zu überbrücken kaufte ich einem Freund ein desolate Corbin-Sitzbank ab. Offene Nähte, plattgesessen, für nur 15€. Um es kurz machen, der Sitzkomfort war so gut, dass ich  fast 15 Jahre mit dieser Gammelbank gefahren bin. Sie aufarbeiten zu lassen, habe ich mich nicht getraut, konnte ja nur schlechter werden.
Optisch am Ende, aber bequem


2015 hatte ich dann die Gelegenheit eine Sitzbank von Jungbluth zu erwerben. Ein Scheidungsopfer, dass für jemanden mit meiner Größe und meinem Gewicht erstellt wurde, aber erst nach dem Ende der Beziehung fertig war. Die Optik, Verarbeitung und Materialien sind super. Leider sind die Kanten des Schaumstoffs so unnachgiebig, dass mir nach ca. 1 Stunde die Beine einschlafen, weil die Arterie abgedrückt wird.
Neu, mit Ecken und Kanten


Für die Balkantour musste eine Lösung her. Schon oft hatte ich in den Berichten von Fernreisenden ein Schafsfell auf der Sitzbank gesehen und auch bei diversen Treffen schwärmten die Besitzer von ihrem Fell. Ein geeignetes Fell war vorhanden, und so begann ich im März mit den ersten Probefahrten mit Fell:

Mit dem Fell ist der Sitz etwa einen cm höher und breiter. Die Kante der Sitzbank ist jetzt weich, die beine bleiben durchblutet. Da es hier im Mittelgebirge im März doch recht frisch ist, nahm ich auch die wärme der Sitzfläche positiv zur Kenntnis. Bei Regen bildet sich unter dem Hintern keine Pfütze, das Fell funktioniert wie eine Drainage. Womit ich nicht gerechnet hatte, bei Hitze ist es auch angenehmer, da der Schweiß sich nicht an der Sitzfläche staut, sondern durch die Luftzirkulation im Fell abgeführt. Die eierlegende Wollmilchsau quasi. Nur die Farbe passt nicht zur Alp, daher bin ich auf der Suche nach einem schwarzen Fell.

Nach über 80km Staubpiste wird das Fell langsam beige


Für die Tour ins Baltikum nächste Woche ist jetzt die CRF als Fahrzeug gesetzt. Die schmale Sitzbank ist mit dem Fell natürlich viel bequemer. Und die Farbe passt auch besser.

Mit dem Staub aus dem Balkan

Zum Fell:

Mein Fell ist direkt vom Schäfer. Ungekämmt und ungewaschen. das heißt, das natürliche Wollwachs bleibt im Fell und macht es wasserabweisend. Die drahtigen Locken des Fells federn stark und halten mein Gewicht, so das die Belüftung sichergestellt ist. Ob das an der Rasse des Schafes liegt, keine Ahnung. Ich habe ein schwarzes gekämmtes Fell, das ist platt aber weich.

Vorteil:

- bei Kälte warm
- bei Hitze luftig, schweißableitend
- leitet bei Regen das Wasser ab
- besserer Sitzkomfort

Nachteil:

- Optik (obwohl ich auch schon positive Kommentare wie Aberteuerlook gehört habe)
- beim Waschen geht das Wollwachs verloren, ich hab meins bisher nur ausgeklopft
- Nachtrag Baltikum-Tour: Wenn das Fell über Nacht vollregnet, kann es am nächsten Tag klamm am Hintern werden. Das Fell trocknet aber recht flott.




Also, bei Interesse auf zu eurem Schäfer, die freuen sich über jeden Direktverkauf und können euch bestimmt mehr über die Eigenschaften erzählen als ich. Wer aus dem schwäbischen kommt besucht vielleicht den Wanderschäfer.


Freitag, 26. Mai 2017

Reifenwechsel: Michelin T63

Reifenwechsel: Michelin T63


Jetzt kommt die grobe Stolle!

Nach nur 5500km ist der Heidenau K60 hinten wieder am Ende.


Obwohl der Vorderreifen locker noch einen Hinterreifen verkraftet hätte will ich lieber mal etwas gröberes probieren. Der K60 hat in der Größe für die CRF nur 9mm Profil im Neuzustand. Und auch wenn er auf der Straße einen tollen Job macht, ist die Seitenführung hinten im Dreck eher bescheiden.

Vorne noch gut
Ohne Reifenfreigabe gibt es nicht viel, was meinen Vorstellungen entspricht. Den TKC80 darf ich dann nur mit einem kleineren Hinterreifen fahren und den Michelin T63 nur mit kleinem Vorderrad. Die Testberichte beschreiben den T63 als guten Allrounder mit guten Offroadeigenschaften. Also genau das richtige für den nächsten Urlaub. Für Polen und Litauen sind Sand und Schotterwege angesagt, da kann ich den Reifen mal auf Herz und Nieren testen.
Also runter mit den Rädern und auf zum Reifendealer.

Knapp 11mm hinten

7mm vorn
Reifen montiert, auf zur  Probefahrt:


Der schmale Vorderreifen ist etwas kippeliger als der 90er K60 und durch die Stollen auch etwas schwammig. Ich hab erst mal angehalten und geschaut ob alle Schrauben fest sind oder ich einen Platten hab, Nach Überprüfung des Luftdrucks und 30km fahrt fühlt sich das alles schon besser an. Auf Schotter und Lehm ist schon mal bessser als mit dem K60.

Freitag, 19. Mai 2017

Reiseplanung Baltikum 2017

Reiseplanung Baltikum 2017

Reisen ist tödlich, für Vorurteile (Mark Twain)

Deshalb geht es im Juni wieder zum internationalen Transalptreffen ITT. Dieses Jahr laden die polnischen Freunde uns auf die Insel Lipa südwestlich von Danzig zu einem Treffen mit Transalp-Fahrern aus Polen und ganz Europa.

Wie fast immer, werde ich den Anfang der Anreise mit dem Anhänger zurücklegen und dann den schönen Teil der Tour mit dem Mopped fahren. Zuerst zum ITT und danach über Kaschubei und Masuren Richtung Kurische Nehrung in Litauen. Traumziel wäre dann der Berg der Kreuze.



Wahrscheinlich wird die Tour aber kürzer werden, den wir wollen möglichst auf den kleinen Nebenstraßen bleiben, die in dieser Region oft geschottert oder aus Sand sind. Und wenn man schon mitten im Enduro-Paradies unterwegs ist, fahre ich nicht mit der Transalp sondern mit der kleinen CRF. Nicht weil die Transalp das nicht könnte, die kann das besser als ich! Aber mit 70kg weniger bin ich einfach entspannter unterwegs. Und weil der Tigerfahrer nicht möchte, dass ich kreise um ihn fahre, kommt der mit seiner XT.
Oft ist weniger mehr















Der Rückweg geht durch die alten Wälder im Grenzgebiet zwischen Litauen und Polen. Mit etwas Glück sehen wir Elche und Wiesente. Und haben viel Spaß im Dreck.


Wie schon in der Tatra und im Balkan wollen wir flexibel bleiben und erst unterwegs via App ein Zimmer oder eine Ferienwohnung am Ziel buchen. Und wenn es uns irgendwo gefällt, bleiben wir dort und fahren ohne Gepäck.

Wenn das WLAN es zulässt, gibt es zwischendurch hier ein paar Bilder...


Sonntag, 7. Mai 2017

Zubehör: K&N Luftfilter für die CRF

Zubehör: K&N Luftfilter für die CRF

An der Transalp ist ein K&N LuFi schon seit 15 Jahren und mind. 80tkm im Einsatz und erfreut mich mit Wartungsarmut und gutem Durchzug bei niedrigen Drehzahlen. Ich habe den Kauf nie bereut.

Für die CRF hatte ich bei den großen Motorradzubehör-Firmen noch keinen entdeckt. Doch letzte Woche habe ich dann bei Ebay gesehen, dass es ein passendes Model gibt. Also gleich bestellt und eingebaut.


Der Filter wird mit einem Hilfsrahmen montiert und passt perfekt. Die Oberfläche ist etwas größer als beim originalen Filter, d.h. die Luft kommt leichter durch.

Also auf zur Probefahrt. Das Ansauggeräusch ist etwas lauter zu hören als vorher. Klingt, je nach Drehzahl, besser oder schlechter als vorher. Bei niedrigen Drehzahlen hängt der Motor besser am Gas und hat etwas mehr Drehmoment. Insbesondere auf meinem Arbeitsweg mit stellenweise mehr als 20% Steigung merk man den Unterschied. Die 180° Kehre kann ich jetzt im zweiten Gang fahren, ohne das es an der Kette hackt. Auf der langen Geraden beschleunigt die CRF jetzt bergauf im letzten Gang schon ab 80km/h. Vorher konnte ich erst bei über 90 hochschalten.

Alle Unterschiede sind wirklich klein, aber reproduzierbar. Der alte Filter hatte 13tkm hinter sich. Einen Vergleich mit einem neuen Zubhörfilter habe ich nicht.

Wer sich eine deutliche Leistungssteigerung verspricht wird enttäuscht. Beim Verschalten im Gelände kann der Durchzug untenrum schon was ausmachen. Der Tausch meiner schwergängigen Kette hatte deutlichere Auswirkungen.

Dienstag, 18. April 2017

Friesland

Kurzurlaub in Friesland


Diesmal ohne Motorrad, dafür mit Familie und Wohnwagen. Polare Kaltluft und seltene Schauer sorgen für herrliches Licht und tolle Bilder.
Einfach mal den Mut haben,anders zu sein

Altes Patrizierhaus. Dahinter der schiefe Turm von Hindeloopen



N büschen Wind bläst dem Hund die Locken aus dem Pelz



Abendstimmung am Strand

3°C und Windstärke 7: Frieren für ein schönes Foto



Der Schauer zieht vorbei
Am nächsten Tag: Segeln bei Flaute
Mit fliegenden Frachtern...
...und anderen Fata Morganas


Montag, 10. April 2017

Zubehör: Low-Cost-Navigation

Zubehör: Low-Cost-Navigation

Jahrelang war ich überzeugter Kartennutzer. Aber innerhalb von Städten ist es das die Hölle. Und auch die Einstiege zu Schotterwegen und kleinen Nebenstraßen sind oft nicht zu finden. Anfangs habe ich das Auto-Navi mit dem Saugnapf am Drehzahlmesser der Alp der Alp befestigt.

Mit dem ersten Smartphone hatte ich dann eine interessante Alternative. Der erste Versuch im Kartenfach des Tankrucksacks war nix. Zu klein das 3,5 Zoll Display meines Sony Experia U.

Nächster Schritt war eine offene Fahrradhlaterung ohne Folie. Ließ sich sogar einigermaßen mit Handschuhen bedienen.

2014 sollte es dann in die Tatra gehen, da musste was besseres her. Da im Bekanntenkreis bei den bezahlbaren Moppednavis regelmäßig der Tod durch Wackelkontakt eingetreten ist, hatte ich Angst soviel Geld für ein Gerät auszugeben, dass evtl. nur einen Urlaub übersteht. Die Lösung kam in Form eines Samsung Galaxy Tab 3, dass gerade für 100€ im Angebot war. Die Halterung hab ich testweise aus Holz, nem Blech als Sonnenschirm und ein paar Winkeln geschraubt. Für Regenfahrten gab es eine wasserdichte Hülle für 3€. Die erste Testfahrt war so erfolgreich, dass ich das Provisorium auf 2 großen Reisen und etlichen Ausflügen benutzt habe. 10.000km lügen nicht bzw. nichts wird so lange genutzt wie ein funktionierendes Provisorium. ;-)
Nach einem Tag mit Schnee, Hagel und Wolkenbruch

Ohne Hülle auch mit Handschuh bedienbar
Ein 7 Zoll Display in Verbindung mit der App OSMAND ist ne tolle Sache. Je nach Zoomstufe hat man alle Straßen im Umkreis von 20km im Blick und sieht trotzdem jeden Schotterweg. Auf den Motorradtreffen ist die Halterung das meistfotografierte Zubehör an meiner Alp. Und auch wenn meine Begleiter sich am Anfang unserer Balkantour darüber lustig gemacht haben, haben sie sich die Halterung für ihre nächste Tour geliehen.

Auf der CRF verdeckt das Riesenteil allerdings die kompletten Armaturen. Hier kommt meine Handyhalterung zum Einsatz.

Moosgummi und eine Fensterdichtung helfen
 Da anscheinend alle Lenkerhalterungen nicht für die Querstange an Endurolenkern geeignet sind, musste ich die Klemmung auffüttern. Hält nun super.
Wenn die Folie im direkten Sonnenlicht spiegelt, verstelle ich den Winkel etwas, dann geht es. Bedienung mit Handschuhen geht nur, wenn die Handschuhe klatschnass sind. 
Wichtig ist, dass die Hülle 2 Reisverschlüsse hat. So kann man den Ladestecker an der richtigen Stelle fixieren und die Öffnung ist fast dicht. Ich habe ein wasserfestes  Motorola Moto G3, aber bis jetzt ist noch kein Wasser eingedrungen. 
Ich überlege, mir eine zweite Hülle zu kaufen und den Großteil der Folie zu entfernen, dann wäre auch die Bedienung mit (Leder) Handschuhen wieder möglich.

Sonntag, 9. April 2017

Der erste Sommertag

Der erste Sommertag

Wenn man an einer beliebten Motorradstrecke lebt, weht einem den ganzen Tag der Motorensound um die Ohren. Trotzdem war heute Familie angesagt.

Um 19 Uhr bin ich dann doch noch aufs Mopped gestiegen. Sonntagabend. alle sind nach Hause und ich habe die Strecken für mich allein. Und der Himmel lädt zu ein paar Fotos ein...

Die fantastischen Vier
Bis die Sonne untergeht


Der Mond leuchtet den Weg
Gute Nacht
Weitere stimmungsvolle Bilder unter "Hunting the Light" Teil 1 und Teil 2

Mittwoch, 29. März 2017

#Umfallera: Von der hohen Kunst des Hinlegens

#Umfallera: Von der hohen Kunst des Hinlegens


Inspiriert vom alten Grießgram.

In der Anleitung eines Flugsimulators habe ich mal gelesen, dass es zwei Sorten von Piloten gibt. Die, die schon mal mit eingezogenem Fahrwerk gelandet sind und die, die dass noch tun werden.

So ähnlich ist das mit den Motorradfahrern. Früher oder später schaft jeder mal die 180 Grad Schräglage. Gründe gibt es viele. Vom unachtsamen Verkehrsteilnehmer, der einen in die Waagerechte zwingt über technische Defekte bis zur Ölspur am Kurvenausgang. Der größte Feind ist aber das eigene Ego. Da wird das eigene Können überschätzt, vor der Angebeteten auf cool gemacht oder einfach die Sorgfalt vergessen weil man es ja drauf hat.

Hier ein paar meiner großen Momente:

Mein erster Winter mit der MTX 80. Wenn ich im Schee gerutscht bin, hab ich einfach die Füße auf den Boden gestellt. Nix passiert, immer den Berg hoch gekommen. Am Wochenende ging es dann auf einen zugeschneiten Bolzplatz. DIE Gelegenheit mit 7 PS driften zu lernen. Die Kurven werden immer schneller genommen, bis die Kiste komplett über die Räder schiebt. Mit dem Fuß wird sich lässig abgestützt als plötzlich beide Räder wieder Grip haben, das Mopped sich aufrichtet und ich im hohen Bogen in den Schnee fliege. Die MTX bleibt kerzengerade stehen und fällt erst um kurz bevor ich wieder bei ihr bin. Mein Kumpel ist so fasziniert von meinem Stunt, dass er nicht nach vorn schaut und im Tornetz landet. Verluste: Ein Bremshebel

Toscana 2004: Ich erkunde einen Weg hoch zum Marmorbruch. Meine Frau ist schwanger und erspart sich den Schotterweg. Als ich zurück komme sehe ich, dass ich fotografiert werde. Also bleibt das Tempo hoch, bis ich auf Höhe meiner Frau bin. Bergab spät bremsen in Kombination mit einem großen Stein vor dem Vorderrad und schon gibt es ein zweites Foto. Den auch Manuela kennt die Regel: Erst dokumentieren dann assistieren!



Dienstag, 28. März 2017

Hunting the light 2 (Foto)

Hunting the light 2


Heute kam die Sonne genau bei meinem Erscheinen über die Bergkuppe.




Leider ist der Himmel ohne Wolken nicht so spektakulär und auch in den Tälern ist kein Nebel. Aber für ein paar Spielereien mit der Kamera reicht es.







Beim Anschauen der Bilder sehe ich einige Punkte am gegenüberliegenden Hügel. Hoffentlich die Mufflon-Herde die sich hier rumtreibt. Mit bloßem Auge sieht man sie kaum. Aber dank der klaren Luft und dem tollen Tele der Kamera kann man sehen, das es "nur" Rehe sind...