Montag, 10. April 2017

Zubehör: Low-Cost-Navigation

Zubehör: Low-Cost-Navigation

Jahrelang war ich überzeugter Kartennutzer. Aber innerhalb von Städten ist es das die Hölle. Und auch die Einstiege zu Schotterwegen und kleinen Nebenstraßen sind oft nicht zu finden. Anfangs habe ich das Auto-Navi mit dem Saugnapf am Drehzahlmesser der Alp der Alp befestigt.

Mit dem ersten Smartphone hatte ich dann eine interessante Alternative. Der erste Versuch im Kartenfach des Tankrucksacks war nix. Zu klein das 3,5 Zoll Display meines Sony Experia U.

Nächster Schritt war eine offene Fahrradhlaterung ohne Folie. Ließ sich sogar einigermaßen mit Handschuhen bedienen.

2014 sollte es dann in die Tatra gehen, da musste was besseres her. Da im Bekanntenkreis bei den bezahlbaren Moppednavis regelmäßig der Tod durch Wackelkontakt eingetreten ist, hatte ich Angst soviel Geld für ein Gerät auszugeben, dass evtl. nur einen Urlaub übersteht. Die Lösung kam in Form eines Samsung Galaxy Tab 3, dass gerade für 100€ im Angebot war. Die Halterung hab ich testweise aus Holz, nem Blech als Sonnenschirm und ein paar Winkeln geschraubt. Für Regenfahrten gab es eine wasserdichte Hülle für 3€. Die erste Testfahrt war so erfolgreich, dass ich das Provisorium auf 2 großen Reisen und etlichen Ausflügen benutzt habe. 10.000km lügen nicht bzw. nichts wird so lange genutzt wie ein funktionierendes Provisorium. ;-)
Nach einem Tag mit Schnee, Hagel und Wolkenbruch

Ohne Hülle auch mit Handschuh bedienbar
Ein 7 Zoll Display in Verbindung mit der App Osmand ist ne tolle Sache. Je nach Zoomstufe hat man alle Straßen im Umkreis von 20km im Blick und sieht trotzdem jeden Schotterweg. Auf den Motorradtreffen ist die Halterung das meistfotografierte Zubehör an meiner Alp. Und auch wenn meine Begleiter sich am Anfang unserer Balkantour darüber lustig gemacht haben, haben sie sich die Halterung für ihre nächste Tour geliehen.

Auf der CRF verdeckt das Riesenteil allerdings die kompletten Armaturen. Hier kommt meine Handyhalterung zum Einsatz.

Moosgummi und eine Fensterdichtung helfen
 Da anscheinend alle Lenkerhalterungen nicht für die Querstange an Endurolenkern geeignet sind, musste ich die Klemmung auffüttern. Hält nun super.
Wenn die Folie im direkten Sonnenlicht spiegelt, verstelle ich den Winkel etwas, dann geht es. Bedienung mit Handschuhen geht nur, wenn die Handschuhe klatschnass sind. 
Wichtig ist, dass die Hülle 2 Reisverschlüsse hat. So kann man den Ladestecker an der richtigen Stelle fixieren und die Öffnung ist fast dicht. Ich habe ein wasserfestes  Motorola Moto G3, aber bis jetzt ist noch kein Wasser eingedrungen. 
Ich überlege, mir eine zweite Hülle zu kaufen und den Großteil der Folie zu entfernen, dann wäre auch die Bedienung mit (Leder) Handschuhen wieder möglich.

Kommentare:

  1. Mir reicht das Smartphone auch als Navi. Ich kann die App Calimoto empfehlen, die berechnet mit einem Algorithmus besonders kurvige Strecken. Ich weiß nicht ob Osmand das auch kann. Man muss allerdings die Karten extra kaufen ~70 Euro und dann ja nicht mehr ganz so 'low cost'.
    Auch ganz brauchbar ist die Garmin App, welche man über Amazon kostenlos bekommt.

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    1. Calimoto probiere ich auch. Leider werde ich dabei oft mitten durch die Städte geführt. Für die Tatra-Tour habe ich mir die Strecke mit dem Motoplaner zusammengeklickt. Nur weiße Straßen und Nebenstraßen. War aber viel Arbeit, für eine 350km Tagesetappe habe ich 2-3 Stunden gebraucht, da ich via Streetview prüfen musste ob die Straßen auch befahrbar sind.

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    2. Im Mai bringt Navigon eine neue App speziell für Motorradfahrer raus. Ist vielleicht einen Test wert.
      https://cruiser.navigon.com/
      Ist allerdings leider kostenpflichtig...

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  2. Bastellösungen sind ja immer die schönsten ;-)'
    Mein Problem ist allerdings, dass Navi, GPS etc. oft zu dicht über dem Lenker hängen und bei der Fahrt schwer ablesbar sind. Wenn man nicht aufpasst landet man im Graben.
    Vernünftig wird es wahrscheinlich wirklich nur mit einem Rack, wie es z.B. amsterdamtoanywhere verwendet...

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    1. Meine Halter sind ne Handbreit überm Lenker, da hab ich die Straße einigermaßen im Augenwinkel. Am besten geht es mit dem Tablet, da man sich bei der Größe schnell orientieren kann. Ich halte aber auch gern kurz an und wäge die alternativen Routen ab.

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