Mittwoch, 28. Juni 2017

Probefahrt: CRF 250 Rally

Probefahrt: CRF 250 Rally

Ideale Testumgebung

Wieder zurück vom internationalen Transalp-Treffen (ITT) in Polen. Toll war es.

Da kommt man nach der geführten 150km Offroad-Tour zurück ins Basislager und was steht da vor dem Honda Zelt? Eine CRF 250 Rally!

Honda Polen war so nett, für den Nachmittag ein paar Vorführer zur Verfügung zu stellen. Die neue Africatwin und der spaßige Enduroroller waren leider schon verliehen, aber die Rally durfte ich nach 30 Minuten Wartezeit haben. Schnell Perso und Führerschein vorgelegt und den (polnischen) Leihvertrag unterschrieben.
Unverhofft kommt oft: Spontanes Familientreffen
Nun ist es vielleicht nicht die beste Idee, sich nach einer 6 stündigen Offroad-Tour, bei der sich das Tempo stetig gesteigert hatte, auf ein Fahrzeug mit unbekannten Versicherungsbedingungen zu setzen. Aber eventuell die Spaßigste! Zumal man von unserer Unterkunft nur auf Sandwegen wegfahren kann.

Draufsetzen, passt
Also wurde schon die zweite Kurve mit einem unfreiwilligen Drift genommen. Der serienmäßige IRC Reifen ist im Sand halt schwächer, als der T63 mit dem ich die letzten Stunden unterwegs war.

Auf der Zufahrt zum Gelände konnte ich noch schnell Hanjo stoppen, damit er ein paar Fotos von mir macht, bevor er zu seinem wohlverdienten Stiefelbier kommt.
So staubig sieht die Rally in deutschen Tests nicht aus
Also erst mal am Seeufer entlang in den Wald. Da kann man in Ruhe ein paar Bilder machen.

So muss Endurowandern aussehen
Danach geht es über Autobahnschotter Richtung Teerstraße. Ich will die Maschine ja mal ausfahren. Von den theoretischen 2PS mehr spüre ich nichts. Untenrum geht meine CRF sogar dank K&N Luftfilter sogar etwas besser. Dafür klingt der Auspuff des 2017er Modells etwas dumpfer und sonorer ohne Laut zu wirken. Haben die Honda Ingenieure gut hingekriegt.
Jetzt, wo ich zum ersten Mal mit Drehzahlmesser fahre, merke ich, dass ich für die maximale Leistung viel zu früh Schalte. Auf losem Untergrund wird 4500 1/min bereits der nächste Gang eingelegt. Das reicht aber schon für durchgehend leichten Schlupf am Hinterrad. Ab 60km/h machen sich die Verwirbelungen hinter der Scheibe bemerkbar. Kein Orkan, aber störend. Aber Wahnsinn, wie viel Windschutz die kleine Scheibe bietet. Der Oberkörper ist fast komplett aus dem Wind. Im Winter und bei Regen bestimmt toll.
Imposante Rally-Optik
Auf dem Rückweg wird auf Schotter und Sand das ABS getestet. Erst vorsichtig, dann immer forscher. Ich bin schwer begeistert, das Vorderrad hält die Spur und verzögert trotzdem kräftig. Im Sand schiebt das Vorderrad sogar einen kleinen Hügel vor sich her. So muss Offroad ABS, dass will ich auch.
Viel Fahrspaß in einem Bild
30 Minuten Testfahrt sind viel zu schnell um und so gebe ich die Rally unbeschädigt am Honda-Stand ab. Das Honda-Team nutz die Gelegenheit mal beide CRF Schwestern nebeneinander zu haben und starten noch eine kleine Fotoaktion.

Fazit:

Ich habe mich auf der Rally sofort heimisch gefühlt. Von mehr Federweg hinten habe ich nichts gemerkt, Sitzhöhe war gefühlt gleich. Von Mehrleistung habe ich genauso wenig gespürt wie vom Mehrgewicht. Auch im tiefen Sand war die Rally wunderbar handlich. Auch dank der Serienbereifung schlingerte zwar alles, aber nach der langen Offroadtour war ich das ja gewohnt. Auch die Rally ist ein super Bike zum Endurowandern. Ob das Plastik genauso robust und günstig ist wie bei meiner CRF250L konnte und musste ich nicht herausfinden. Die Gegend war für den Test dieses Moppeds einfach Ideal! In Deutschland hatte ich es wochenlang versucht einen Termin für eine Probefahrt zu bekommen, aber so war es definitiv besser.

Mit welchem Motorrad wäre ich lieber weiter gereist?

Nun, meine Kleine hat den größeren Tank und die besseren Reifen. Motorschutz, Verkleidung und Handprotektoren sind robuster. Bei Optik, Klang, Wetterschutz und ABS punktet die Rally.

Wenn ich mich heute für eine CRF entscheiden müsste, würde ich mir eine 2017er CRF250L zulegen und so umbauen wie meine.

Den Drehzahlmesser und das Offroad ABS hätte ich schon gerne. Aber dafür ein neues Motorrad kaufen? Nee! Außerdem gefällt mir die Rot-Weiße Farbgebung der alten L besser als Schwarz-Rot beim 2017er Modell.



Kommentare:

  1. Danke für den Bericht. War das ABS auf Sand/Schotter nicht störend?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, im Gegenteil. Das (Vorder)Rad drehte sich etwas langsamer als die aktuelle Geschwindigkeit aber ohne zu blokieren. D.h. starke Verzögerung ohne, dass das Rad zur Seite ausbricht. Ich habe echt versucht, was schlechtes zu finden aber mein (bescheidenes) Bremskönnen wird Offroad übertroffen. Hinten kann man leicht abschalten.

      Löschen