Freitag, 18. August 2017

Leseempfehlung: 5000 Miles of Dirt

Leseempfehlung: 5000 Miles of Dirt

Zwei Brüder fahren mit ihrem Vater im Sommer 2017 den Trans Amarica Trail (TAT) auf 3 Motorrädern, die von Honda gestellt wurden. CRF250L, CRF 250 Rally und CRF1000 AT.



Mit viel Herz und wenig Offroad-Erfahrung geht es durch die endlosen weiten des mittleren Westens und diverse Gebirge vom Atlantik zum Pazifik.


Tolle Bilder und Videos, interessante Menschen.


5000 Miles of Dirt

Dienstag, 15. August 2017

Bastelecke: Rehoiler für die CRF 250L

Bastelecke: Rehoiler für die CRF 250L




Rechtzeitig zur Baltikum Tour wurde es Zeit den Öler endlich am Mopped zu installieren. Und bevor die Bilder auf der Festplatte verschimmeln will ich sie mal hier im Blog veröffentlichen.




Nachdem der Versuch, einen Scottoiler an der CRF zu verbauen, gescheitert war (die CRF hat keinen Unterdruck-Anschluss für den mechanischen Scottoiler), war ich auf der Suche nach einer Alternative.
Die elektrischen Öler sind alle recht hochpreisig. Doch dann bin ich über das Projekt Rehoiler gestolpert. Von Detlev mit viel Herzblut entwickelt und zur freien Verfügung gestellt. Kaufen kann man den Rehoiler allerdings nicht.




Für mich hatte der Öler einen unschlagbaren Vorteil: Das Teil war, im Gegensatz zu einer Eigenentwicklung, bereits ausgereift. Trotzdem kann ich dank Quellcode und Schaltplan alles reparieren und sogar erweitern. Bluetooth und eine passende App fürs Smartphone sind bereits vorhanden.




Detlev war so nett, mir eine Platine aus seinem Bestand zu geben und den Prozessor für mich zu programmieren. Das hat mir viel Arbeit erspart. Danke! Im Rehoiler-Forum gibt es reichlich Tipps und Einbauvorschläge, nur leider (noch) nicht für die CRF 250L.


Die Bauteile wurden für kleines Geld bei Reichelt mit Hilfe des fertigen Warenkorbes bestellt. Ein Gehäuse für die Platine und ein Benzintank für Modellflugzeuge wurde bei Conrad gekauft. Die Schläuche im Baumarkt. Die Förderpumpe ist eigentlich für die Förderung des 2-Taktöls im Motorroller zuständig und ist mit 35,-€ das teuerste Teil.




Die Bauteile sind da


Los ging es im Winter mit dem Bestücken der Platine:


Los geht's




So richtig gelötet hatte ich ja schon lange nicht mehr, am Ende sahen die Lötstellen trotzdem ganz manierlich aus.


Geschafft

Noch den Prozessor und Bluetooth-Baustein einstecken und dann alles am Netzteil vorsichtig in Betreib nehmen. Kommunikation mit dem Bluetooth-Baustein via App funktioniert auf Anhieb. Ausgang wird auf Tastendruck angesteuert.


Nachdem dann die Pumpe und alle Schläuche besorgt sind, geht es an den ersten Testaufbau.
Erst mal alles lose zusammenstecken...

... und dann etwas Öl im Kreis pumpen



Schnell die Batterie der Transalp ausgebaut um den Testaufbau zu versorgen. Mit der App aktiviere ich den Modus Dauerpumpen, die Pumpe beginnt zu tickern und "schon" nach 2 Minuten sind einige cm Schlauch mit Öl gefüllt. Testlauf erfolgreich.

Der Öler kann wegabhängig eingesetzt werden. Dafür muss man einen Read-Kontakt an einem der Räder oder am Ritzel verbauen. Oder das vorhandene Tachosignal der CRF verwenden. Das wird aus Bequemlichkeit auf der To Do Liste auf "irgendwann(tm)" gesetzt. Auch die Montage der Kontroll-LED und des "Offroad-Schalter" (doppelte Ölmenge im Gelände) landet dort. Der Lenker ist bei mir schon so zugebaut, dass ich mir erst mal einen Instrumententräger bauen/besorgen muss.

Also wird der Öler erst mal im Zeitmodus betrieben.  Dabei wird in regelmäßigen Zeitabständen eine einstellbare Ölmenge auf die Kette gefördert. Da ich die Menge via Smartphone jederzeit ändern kann, reicht mir das erst mal. Man kann wohl auch ein GPS-Modul an den Öler anschließen, das dann die Weginformation liefert. Dafür müsste ich aber auf das Bluetooth-Modul verzichten.

Also geht es ans Zielfahrzeug. Da die CRF nicht nur von außen klein und zierlich ist, gestaltet sich die Suche nach geeignetem Bauraum für den Öler schwierig. Der kleine Modellbautank will nicht unter die Sitzbank passen. Dafür müsste ich den Ansaug-Schnorchel vom Luftfilter entfernen, was bei der Probefahrt wegen nerviger Ansauggeräusche verworfen wird. Die Steuerung passt in das Fach für das, nicht vorhandene, Fahrerhandbuch. Die Pumpe lässt sich in einem Freiraum über dem Werkzeugfach verstecken. Die 12V Versorgung wird am Rücklicht abgegriffen (inkl. zusätzlicher Sicherung).
Stromdieb im Einsatz

Die vorhandene Bohrung nutzen

Der Tank passt in die Lücke zwischen Rahmen und Luftfilterkasten und wird erst Mal mit Kabelbinder befestigt. Nun noch alle Schläuche verlegen.


Das Tankversteck

Vom Scottoiler der Transalp habe ich noch ein Befestigungsblech für eine Montage an der Hinterachse. Damit lässt sich die improvisierte Düse gut ausrichten.
Jetzt wäre es gut eine Spritze zu haben, um die Schläuche vorab mit Öl zu Befüllen. Habe ich nicht.

Also wird wieder der Dauerpumpenmodus gestartet. Nach einer knappen halben Stunde läuft der erste Tropfen Öl auf das Kettenrad. Auf nach Polen...

Erstes Fazit nach 2500km Testfahrt:

Obwohl ich fast sämtliche Funktionen des Rehöler NICHT genutzt habe, funktioniert der Öler vollkommen unauffällig. Nachdem ich die richtige Einstellung der Fördermenge herausgefunden hatte, war die Kette immer ausreichend geschmiert.

Ich habe für alle Komponenten zusammen knapp 70,- € bezahlt. Der Auf und Einbau hat etwa 5 Stunden gedauert. Am meisten Zeit hat mich das Suchen nach einem Einbauort gekostet, da unter der Verkleidung einfach nirgends Platz war.

Am Anfang der Baltikum-Tour habe ich mir mit dem Gurt des Tankrucksacks den Schlauch am Tank abgerissen, was schnell zu einer trockenen Kette geführt hat. In Verbindung mit der Luft, die nun im System war, hat es eine Weile gedauert, bis alles wieder normal war. Geholfen hat hier wieder die Dauerpumpen-Funktion. Einfach einschalten, kleine Runde drehen, bis die Kette wieder feucht ist. So macht Kettefetten Spaß.

Wir sind viele Kilometer im Sand unterwegs gewesen. Da Motoröl nicht so klebrig ist wie Kettenfett, sah die Kette nicht wie ein paniertes Schnitzel aus. Die erste Tankfüllung reicht immer noch...








Mittwoch, 12. Juli 2017

ITT 2017 Baltikum

ITT 2017 Baltikum

Für 2017 haben die polnischen Transalp-Freunde zum ITT (Internationales Transalptreffen) nach Kaschubien eingeladen. Und wenn wir schon mal da sind, soll es natürlich noch weiter nach Osten gehen.


Nach meiner Tour durch die Masuren 2013 hatte ich die Nebenstraßen noch in schlechter Erinnerung. Zumindest mit dem Auto. Nachdem ich mir bei Youtube alles zum Thema Offroad in Polen angesehen hatte war für mich klar: Die Gelegenheit die CRF mal auf ihre Reisetauglichkeit zu testen.


Einige Videos der Polen bestätigten den Eindruck, die CRF könnte die bessere Wahl sein. Auch Hanjo wollte statt des Tigers lieber mit der XT fahren. Also wurden die Motorräder auf den Anhänger gepackt und auf ging es nach Polen!


Einen ausführlichen Bericht mit Bildern und Route gibt es hier. Um den Routenverlauf zu sehen, am besten am PC betrachten und auf "Neueste zuerst" stellen.


Polen:

Tolles Land zum Endurowandern!
Litauen mit Blick auf Russland


Wer sich die Mühe macht ein bisschen in der Karte zu Zoomen findet immer eine Strecke über kleine Nebenstraßen oder Dreckwege. Durchfahrtsverbote sind sehr selten. Selbst im tiefsten Wald kann man den Förster nach dem Weg fragen.
Der Norden ist eigentlich durchgehend mit sanften Hügeln durchzogen, so das die Landschaft nicht flach und eintönig wirkt. Alle paar Kilometer steht man an einem See oder sonst einem tollen Fotomotiv. Außerhalb der Tourismus-Hochburgen ist alles schön einsam und ursprünglich.

Tolles Licht im nordischen Sommer

Die Einheimischen sind mir immer nett und freundlich begegnet. Einzige Ausnahme: Die Hauptstraßen, hier versucht eigentlich jeder dich zu töten ;-) Da es kaum Autobahnen gibt, ist hier viel Verkehr und die Reisenden überholen wie die Henker. Und wenn man zu schnell ist um überholt zu werden, fährt dein Hintermann trotzdem mit 30cm Sicherheitsabstand.

Essen:

Wer in Polen Hunger hat, macht irgendwas falsch. Essen gibt es für kleines Geld in großen Mengen. Lecker und sehr nahrhaft. Und Polen ist nichts für Vegetarier. Schon zum Frühstück gibt es gekochte oder gebratene Würstchen, Gulasch Unmengen Wurst und Käse. Und Brot, das diesen Namen auch verdient. Wer öfter mal unterwegs ist, weiß wie selten das außerhalb Deutschlands ist.
Typisches Frühstück
Und dann gibt es in Polen den Sklep: Kleine Tante Emma Läden mit vergitterten Fenstern und Panzertüren, die knapp 15 Quadratmetern alles für den täglichen Bedarf verkaufen. Dominiert wird der Verkaufsraum von einer großen Kühltheke mit, NATÜRLICH, Fleisch und Wurst. Jeder Ort mit mehr als 5 Häusern hat so einen Laden und wir haben dort regelmäßig eingekauft.

Kaffee:

Gibt es in Polen nicht.
Brauchbaren Kaffee gibt es nur in absoluten Touristenhochburgen. In den meisten Hotels gab es löslichen Kaffee und heißes Wasser. Größere Tankstellen hatten Automaten, das war es.

Fahrzeugwahl:

Ich bin zum ersten Mal mit der CRF250L auf Reise gewesen. Und im Nachhinein bin ich froh, nicht mit der Transalp gefahren zu sein. Nicht falsch verstehen, ich bin nicht einmal an einer Stelle gewesen, wo die Transalp nicht durch gekommen wäre. Im Gegenteil, nicht nur die Alp, auch ich hätte das geschafft. Aber gerade auf den verspurten Sandwegen konnte ich so viel entspannter fahren und mich erst mal an den Untergrund gewöhnen. Sand und ich werden bestimmt keine Freunde mehr, aber mit der CRF macht es schon irgendwie Spaß. Besonders bei der geführten Offroadtour in Lipa habe ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen, selbst an Stellen wo ich mit der Transalp ins Schwitzen gekommen wäre. Das war letztes Jahr im Balkan anders. Da habe ich mir manchmal die CRF herbei gewünscht und das nicht nur wegen der hohen Temperaturen.

Idyllische Nebenstraße




Mücken:

Bei meinem letzten Besuch war ich über den ersten Mai da. Da gab es keine Mücken. Diesmal gab es Unmengen! Wenn es in jeder Ecke einen See gibt auch kein Wunder. Besonders an der Wolfsschanze war es nicht möglich die Kamera zu halten, ohne in die Hand gestochen zu werden. Auf manchen Fotos haben wir üble Beulen an Kopf und Armen. Dann haben wir uns ein polnisches Antimückenmittel gekauft und alles war gut. Obwohl das Mittel nur im Tankrucksack lag.

Navigation:

Navigiert habe ich mit der App Osmand. Die Tracks habe ich mit der Kurviger.de App erstellt und dann ins Osmand Verzeichnis kopiert. Die Kuviger.de App hat die Option "Hauptstraßen meiden, so das mein meist nur auf kleinen Wegen und Dreckwegen unterwegs war. Die Apps liefen auf einem Wasserdichten Motorola Moto G3, das in einer Wasserabweisenden Hülle montiert war. Die Bedienung während der Fahrt ging mit meinen Tourenhandschuhen nicht, mit den dünnen Crosshandschuhen aber schon.

Wetter:

Wir hatten viele schöne Tage, manchmal hat es auch geregnet. Da die Regenfronten meist von West nach Ost ziehen, kann man einen ganzen Tag unter der Front hängen. Auf dem Rückweg waren wir durch eine ähnlich breite Front in 1,5 Stunden durch. Die Temperaturen lagen meist knapp über 20°C, so das auch die Offroadpassagen ohne großes Schwitzen abliefen. Nur die große Offroadtour beim ITT fand bei etwas unter 30° statt.

Fazit der Tour:

Wir haben in 10 Tagen den Norden Polens von West nach Ost  bis nach Litauen und wieder zurück bereist. 2000km, davon ca. 50% auf Dreckwegen.
Essen und Unterkunft sind für unsere Verhältnisse sehr günstig.

Ich kann nur jedem Empfehlen dort Urlaub zu machen, bevor der Tourismus zu massiv wird und alle Straßen mit EU-Gelder geteert sind.








Mittwoch, 28. Juni 2017

Probefahrt: CRF 250 Rally

Probefahrt: CRF 250 Rally

Ideale Testumgebung

Wieder zurück vom internationalen Transalp-Treffen (ITT) in Polen. Toll war es.

Da kommt man nach der geführten 150km Offroad-Tour zurück ins Basislager und was steht da vor dem Honda Zelt? Eine CRF 250 Rally!

Honda Polen war so nett, für den Nachmittag ein paar Vorführer zur Verfügung zu stellen. Die neue Africatwin und der spaßige Enduroroller waren leider schon verliehen, aber die Rally durfte ich nach 30 Minuten Wartezeit haben. Schnell Perso und Führerschein vorgelegt und den (polnischen) Leihvertrag unterschrieben.
Unverhofft kommt oft: Spontanes Familientreffen
Nun ist es vielleicht nicht die beste Idee, sich nach einer 6 stündigen Offroad-Tour, bei der sich das Tempo stetig gesteigert hatte, auf ein Fahrzeug mit unbekannten Versicherungsbedingungen zu setzen. Aber eventuell die Spaßigste! Zumal man von unserer Unterkunft nur auf Sandwegen wegfahren kann.

Draufsetzen, passt
Also wurde schon die zweite Kurve mit einem unfreiwilligen Drift genommen. Der serienmäßige IRC Reifen ist im Sand halt schwächer, als der T63 mit dem ich die letzten Stunden unterwegs war.

Auf der Zufahrt zum Gelände konnte ich noch schnell Hanjo stoppen, damit er ein paar Fotos von mir macht, bevor er zu seinem wohlverdienten Stiefelbier kommt.
So staubig sieht die Rally in deutschen Tests nicht aus
Also erst mal am Seeufer entlang in den Wald. Da kann man in Ruhe ein paar Bilder machen.

So muss Endurowandern aussehen
Danach geht es über Autobahnschotter Richtung Teerstraße. Ich will die Maschine ja mal ausfahren. Von den theoretischen 2PS mehr spüre ich nichts. Untenrum geht meine CRF sogar dank K&N Luftfilter sogar etwas besser. Dafür klingt der Auspuff des 2017er Modells etwas dumpfer und sonorer ohne Laut zu wirken. Haben die Honda Ingenieure gut hingekriegt.
Jetzt, wo ich zum ersten Mal mit Drehzahlmesser fahre, merke ich, dass ich für die maximale Leistung viel zu früh Schalte. Auf losem Untergrund wird 4500 1/min bereits der nächste Gang eingelegt. Das reicht aber schon für durchgehend leichten Schlupf am Hinterrad. Ab 60km/h machen sich die Verwirbelungen hinter der Scheibe bemerkbar. Kein Orkan, aber störend. Aber Wahnsinn, wie viel Windschutz die kleine Scheibe bietet. Der Oberkörper ist fast komplett aus dem Wind. Im Winter und bei Regen bestimmt toll.
Imposante Rally-Optik
Auf dem Rückweg wird auf Schotter und Sand das ABS getestet. Erst vorsichtig, dann immer forscher. Ich bin schwer begeistert, das Vorderrad hält die Spur und verzögert trotzdem kräftig. Im Sand schiebt das Vorderrad sogar einen kleinen Hügel vor sich her. So muss Offroad ABS, dass will ich auch.
Viel Fahrspaß in einem Bild
30 Minuten Testfahrt sind viel zu schnell um und so gebe ich die Rally unbeschädigt am Honda-Stand ab. Das Honda-Team nutz die Gelegenheit mal beide CRF Schwestern nebeneinander zu haben und starten noch eine kleine Fotoaktion.

Fazit:

Ich habe mich auf der Rally sofort heimisch gefühlt. Von mehr Federweg hinten habe ich nichts gemerkt, Sitzhöhe war gefühlt gleich. Von Mehrleistung habe ich genauso wenig gespürt wie vom Mehrgewicht. Auch im tiefen Sand war die Rally wunderbar handlich. Auch dank der Serienbereifung schlingerte zwar alles, aber nach der langen Offroadtour war ich das ja gewohnt. Auch die Rally ist ein super Bike zum Endurowandern. Ob das Plastik genauso robust und günstig ist wie bei meiner CRF250L konnte und musste ich nicht herausfinden. Die Gegend war für den Test dieses Moppeds einfach Ideal! In Deutschland hatte ich es wochenlang versucht einen Termin für eine Probefahrt zu bekommen, aber so war es definitiv besser.

Mit welchem Motorrad wäre ich lieber weiter gereist?

Nun, meine Kleine hat den größeren Tank und die besseren Reifen. Motorschutz, Verkleidung und Handprotektoren sind robuster. Bei Optik, Klang, Wetterschutz und ABS punktet die Rally.

Wenn ich mich heute für eine CRF entscheiden müsste, würde ich mir eine 2017er CRF250L zulegen und so umbauen wie meine.

Den Drehzahlmesser und das Offroad ABS hätte ich schon gerne. Aber dafür ein neues Motorrad kaufen? Nee! Außerdem gefällt mir die Rot-Weiße Farbgebung der alten L besser als Schwarz-Rot beim 2017er Modell.



Freitag, 2. Juni 2017

Sitzbänke: Wie ich lernte das Schaf zu lieben

Sitzbänke: Wie ich lernte das Schaf zu lieben




Auf meinen Reisen sitze ich am Tag oft 10 Stunden und mehr im Sattel. In Kombination mit einem eher knochigen Hintern kann das bei falscher Beschaffenheit der Sitzbank zu unangenehmen Schmerzen führen.

Mit der MTX 80 war ich nie länger als 3 Stunden unterwegs, die GSX400 hatte ein Sofa verbaut, da waren auch längere Strecken kein Problem. Selbst nach der "In14StundenvonRügennachHausefahrt" hatte ich eher mit heftigen Nackenschmerzen zu tun.

Die Transalp kommt von Hause aus mit einer brauchbaren Sitzbank daher. Während die AfricaTwin zu jener Zeit die Sitzbank mit Beton ausgegossen hatte, war die Bank schmal genug um im Stehen zu fahren und breit genug um einige Stunden darauf zu sitzen. Nach ca. 80tkm war der Schaumstoff aber am Ende und ich schlug bei jedem Schlagloch bis auf die Grundplatte durch.
Der Schaumstoff baut ab, die Bank kriegt Falten


Um die Zeit beim Sattler zu überbrücken kaufte ich einem Freund ein desolate Corbin-Sitzbank ab. Offene Nähte, plattgesessen, für nur 15€. Um es kurz machen, der Sitzkomfort war so gut, dass ich  fast 15 Jahre mit dieser Gammelbank gefahren bin. Sie aufarbeiten zu lassen, habe ich mich nicht getraut, konnte ja nur schlechter werden.
Optisch am Ende, aber bequem


2015 hatte ich dann die Gelegenheit eine Sitzbank von Jungbluth zu erwerben. Ein Scheidungsopfer, dass für jemanden mit meiner Größe und meinem Gewicht erstellt wurde, aber erst nach dem Ende der Beziehung fertig war. Die Optik, Verarbeitung und Materialien sind super. Leider sind die Kanten des Schaumstoffs so unnachgiebig, dass mir nach ca. 1 Stunde die Beine einschlafen, weil die Arterie abgedrückt wird.
Neu, mit Ecken und Kanten


Für die Balkantour musste eine Lösung her. Schon oft hatte ich in den Berichten von Fernreisenden ein Schafsfell auf der Sitzbank gesehen und auch bei diversen Treffen schwärmten die Besitzer von ihrem Fell. Ein geeignetes Fell war vorhanden, und so begann ich im März mit den ersten Probefahrten mit Fell:

Mit dem Fell ist der Sitz etwa einen cm höher und breiter. Die Kante der Sitzbank ist jetzt weich, die beine bleiben durchblutet. Da es hier im Mittelgebirge im März doch recht frisch ist, nahm ich auch die wärme der Sitzfläche positiv zur Kenntnis. Bei Regen bildet sich unter dem Hintern keine Pfütze, das Fell funktioniert wie eine Drainage. Womit ich nicht gerechnet hatte, bei Hitze ist es auch angenehmer, da der Schweiß sich nicht an der Sitzfläche staut, sondern durch die Luftzirkulation im Fell abgeführt. Die eierlegende Wollmilchsau quasi. Nur die Farbe passt nicht zur Alp, daher bin ich auf der Suche nach einem schwarzen Fell.

Nach über 80km Staubpiste wird das Fell langsam beige


Für die Tour ins Baltikum nächste Woche ist jetzt die CRF als Fahrzeug gesetzt. Die schmale Sitzbank ist mit dem Fell natürlich viel bequemer. Und die Farbe passt auch besser.

Mit dem Staub aus dem Balkan

Zum Fell:

Mein Fell ist direkt vom Schäfer. Ungekämmt und ungewaschen. das heißt, das natürliche Wollwachs bleibt im Fell und macht es wasserabweisend. Die drahtigen Locken des Fells federn stark und halten mein Gewicht, so das die Belüftung sichergestellt ist. Ob das an der Rasse des Schafes liegt, keine Ahnung. Ich habe ein schwarzes gekämmtes Fell, das ist platt aber weich.

Vorteil:

- bei Kälte warm
- bei Hitze luftig, schweißableitend
- leitet bei Regen das Wasser ab
- besserer Sitzkomfort

Nachteil:

- Optik (obwohl ich auch schon positive Kommentare wie Aberteuerlook gehört habe)
- beim Waschen geht das Wollwachs verloren, ich hab meins bisher nur ausgeklopft
- Nachtrag Baltikum-Tour: Wenn das Fell über Nacht vollregnet, kann es am nächsten Tag klamm am Hintern werden. Das Fell trocknet aber recht flott.




Also, bei Interesse auf zu eurem Schäfer, die freuen sich über jeden Direktverkauf und können euch bestimmt mehr über die Eigenschaften erzählen als ich. Wer aus dem schwäbischen kommt besucht vielleicht den Wanderschäfer.


Freitag, 26. Mai 2017

Reifenwechsel: Michelin T63

Reifenwechsel: Michelin T63


Jetzt kommt die grobe Stolle!

Nach nur 5500km ist der Heidenau K60 hinten wieder am Ende.


Obwohl der Vorderreifen locker noch einen Hinterreifen verkraftet hätte will ich lieber mal etwas gröberes probieren. Der K60 hat in der Größe für die CRF nur 9mm Profil im Neuzustand. Und auch wenn er auf der Straße einen tollen Job macht, ist die Seitenführung hinten im Dreck eher bescheiden.

Vorne noch gut
Ohne Reifenfreigabe gibt es nicht viel, was meinen Vorstellungen entspricht. Den TKC80 darf ich dann nur mit einem kleineren Hinterreifen fahren und den Michelin T63 nur mit kleinem Vorderrad. Die Testberichte beschreiben den T63 als guten Allrounder mit guten Offroadeigenschaften. Also genau das richtige für den nächsten Urlaub. Für Polen und Litauen sind Sand und Schotterwege angesagt, da kann ich den Reifen mal auf Herz und Nieren testen.
Also runter mit den Rädern und auf zum Reifendealer.

Knapp 11mm hinten

7mm vorn
Reifen montiert, auf zur  Probefahrt:


Der schmale Vorderreifen ist etwas kippeliger als der 90er K60 und durch die Stollen auch etwas schwammig. Ich hab erst mal angehalten und geschaut ob alle Schrauben fest sind oder ich einen Platten hab, Nach Überprüfung des Luftdrucks und 30km fahrt fühlt sich das alles schon besser an. Auf Schotter und Lehm ist schon mal bessser als mit dem K60.

Freitag, 19. Mai 2017

Reiseplanung Baltikum 2017

Reiseplanung Baltikum 2017

Reisen ist tödlich, für Vorurteile (Mark Twain)

Deshalb geht es im Juni wieder zum internationalen Transalptreffen ITT. Dieses Jahr laden die polnischen Freunde uns auf die Insel Lipa südwestlich von Danzig zu einem Treffen mit Transalp-Fahrern aus Polen und ganz Europa.

Wie fast immer, werde ich den Anfang der Anreise mit dem Anhänger zurücklegen und dann den schönen Teil der Tour mit dem Mopped fahren. Zuerst zum ITT und danach über Kaschubei und Masuren Richtung Kurische Nehrung in Litauen. Traumziel wäre dann der Berg der Kreuze.



Wahrscheinlich wird die Tour aber kürzer werden, den wir wollen möglichst auf den kleinen Nebenstraßen bleiben, die in dieser Region oft geschottert oder aus Sand sind. Und wenn man schon mitten im Enduro-Paradies unterwegs ist, fahre ich nicht mit der Transalp sondern mit der kleinen CRF. Nicht weil die Transalp das nicht könnte, die kann das besser als ich! Aber mit 70kg weniger bin ich einfach entspannter unterwegs. Und weil der Tigerfahrer nicht möchte, dass ich kreise um ihn fahre, kommt der mit seiner XT.
Oft ist weniger mehr















Der Rückweg geht durch die alten Wälder im Grenzgebiet zwischen Litauen und Polen. Mit etwas Glück sehen wir Elche und Wiesente. Und haben viel Spaß im Dreck.


Wie schon in der Tatra und im Balkan wollen wir flexibel bleiben und erst unterwegs via App ein Zimmer oder eine Ferienwohnung am Ziel buchen. Und wenn es uns irgendwo gefällt, bleiben wir dort und fahren ohne Gepäck.

Wenn das WLAN es zulässt, gibt es zwischendurch hier ein paar Bilder...


Sonntag, 7. Mai 2017

Zubehör: K&N Luftfilter für die CRF

Zubehör: K&N Luftfilter für die CRF

An der Transalp ist ein K&N LuFi schon seit 15 Jahren und mind. 80tkm im Einsatz und erfreut mich mit Wartungsarmut und gutem Durchzug bei niedrigen Drehzahlen. Ich habe den Kauf nie bereut.

Für die CRF hatte ich bei den großen Motorradzubehör-Firmen noch keinen entdeckt. Doch letzte Woche habe ich dann bei Ebay gesehen, dass es ein passendes Model gibt. Also gleich bestellt und eingebaut.


Der Filter wird mit einem Hilfsrahmen montiert und passt perfekt. Die Oberfläche ist etwas größer als beim originalen Filter, d.h. die Luft kommt leichter durch.

Also auf zur Probefahrt. Das Ansauggeräusch ist etwas lauter zu hören als vorher. Klingt, je nach Drehzahl, besser oder schlechter als vorher. Bei niedrigen Drehzahlen hängt der Motor besser am Gas und hat etwas mehr Drehmoment. Insbesondere auf meinem Arbeitsweg mit stellenweise mehr als 20% Steigung merk man den Unterschied. Die 180° Kehre kann ich jetzt im zweiten Gang fahren, ohne das es an der Kette hackt. Auf der langen Geraden beschleunigt die CRF jetzt bergauf im letzten Gang schon ab 80km/h. Vorher konnte ich erst bei über 90 hochschalten.

Alle Unterschiede sind wirklich klein, aber reproduzierbar. Der alte Filter hatte 13tkm hinter sich. Einen Vergleich mit einem neuen Zubhörfilter habe ich nicht.

Wer sich eine deutliche Leistungssteigerung verspricht wird enttäuscht. Beim Verschalten im Gelände kann der Durchzug untenrum schon was ausmachen. Der Tausch meiner schwergängigen Kette hatte deutlichere Auswirkungen.

Dienstag, 18. April 2017

Friesland

Kurzurlaub in Friesland


Diesmal ohne Motorrad, dafür mit Familie und Wohnwagen. Polare Kaltluft und seltene Schauer sorgen für herrliches Licht und tolle Bilder.
Einfach mal den Mut haben,anders zu sein

Altes Patrizierhaus. Dahinter der schiefe Turm von Hindeloopen



N büschen Wind bläst dem Hund die Locken aus dem Pelz



Abendstimmung am Strand

3°C und Windstärke 7: Frieren für ein schönes Foto



Der Schauer zieht vorbei
Am nächsten Tag: Segeln bei Flaute
Mit fliegenden Frachtern...
...und anderen Fata Morganas